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Logopädie: Ganzheitliche Therapie für Jung und Alt

Stimme und Sprache sind wichtige Instrumente zwischenmenschlicher Kommunikation. Können diese Instrumente nicht richtig eingesetzt werden, hat das nachhaltige Folgen für die Lebensqualität der Betroffenen. Die Logopädie als Lehre der Sprachheilkunde befasst sich mit den Ursachen für Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen und deren Behandlungsmöglichkeiten.
Ausgebildete LogopädInnen besitzen ein breites Wissen aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Psychiatrie, Pädagogik, Linguistik, Phonetik und Stimmerziehung. All dieses Wissen fließt in ihre Beratung und Diagnostik von Betroffenen ein. Die Sprachtherapeuten behandeln sowohl Kinder als auch Erwachsene mit Sprach- und Stimmstörungen, Störungen im Redefluss (Stottern, Poltern), Störungen der Schriftsprache, Schluckstörungen und Gesichtslähmungen. Bei Bedarf werden auch Hausbesuche oder Therapiesitzungen in Kindertagesstätten sowie Pflegeheimen angeboten.
In Hagen finden Sie qualifizierte Logopädinnen und Logopäden, viele davon Mitglieder im Deutschen Bundesverband für Logopädie, welche Betroffenen aller Altersstufen dabei helfen, ihre sprachliche Kompetenz zu verbessern oder wiederzuerlangen.

Sprachstörungen: Ursachen und Behandlungen

Die Ursachen für Probleme mit Stimme und Sprache sind vielfältig. Von Sprachentwicklungsstörungen (SES) bei Kindern spricht man, wenn Störungen des Lauterwerbs, des Wortschatzes und der Grammatik vorliegen. Dafür können unter anderem zentralmotorische Körperbehinderungen oder angeborene Hörstörungen verantwortlich sein. Auch langanhaltende Mittelohrentzündungen zum Zeitpunkt der "sprachsensiblen Phase" (2. und 3. Lebensjahr) werden mitunter als Ursache ausgemacht.
Mit Aphasie bezeichnet man eine erworbene zentrale Sprachstörung, die durch Schädigung des Gehirns hervorgerufen wird. Eine kindliche Aphasie liegt vor, wenn Kinder durch eine akute Hirnschädigung einen teilweisen oder auch vollständigen Verlust der bis dahin erworbenen sprachlichen Fähigkeiten erleiden.
Neurologische Erkrankungen können unterschiedliche Schwierigkeiten im Bereich Stimme und Sprache nach sich ziehen. So können Schluckstörungen (Dysphagien) bei Erwachsenen beispielsweise im Zusammenhang mit multipler Sklerose oder nach einem Schlaganfall auftreten.
Von komplexen Störungen sprechen Logopäden/Innen, wenn bei einem Patienten mehrere der vier zentralen Störungsbereiche – Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen – betroffen sind.
Voraussetzung einer logopädischen Therapie ist eine sorgfältige Diagnostik, auf deren Grundlage ein individueller Therapieplan erstellt werden kann. Daher werden jeder Behandlung ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte des Patienten sowie verschiedene Tests vorangestellt.
Die Logopädie versteht sich als ganzheitliche Therapie und enthält unter anderem kommunikative und handlungsorientierte Ansätze, spieltherapeutische Ansätze, gesprächstherapeutische Ansätze sowie übende Verfahren.

Spielerischer Behandlungsansatz bei Kindern

Je früher mit einer logopädischen Therapie bei Kindern begonnen wird, umso erfolgsversprechender ist sie. Sprachtherapeuten behandeln Kinder im Alter von 0-3 Jahren (Frühförderung), 3-6 Jahren (Vorschulbereich) sowie Schulkinder und Jugendliche.
Im Rahmen eines Gesprächs mit Eltern oder anderen Bezugspersonen sowie durch spielerische Tests wird der kognitive und motorische Entwicklungsstand des Kindes ermittelt. Basierend darauf erstellt die Logopädin oder der Logopäde einen individuellen Therapieplan.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine bewegungsorientierte Sprachtherapie bei Kindern zum Erfolg führen: Werden beispielsweise Wörter in der Bewegung gelernt, so können sie aufgrund der Verknüpfung mit dem motorischen Gedächtnis besser gemerkt werden.
Die Beratung und Anleitung der Eltern oder anderer Bezugspersonen ist fester Bestandteil des therapeutischen Arbeitens mit Kindern. Da viele Übungen mit dem Kind täglich durchgeführt werden sollten und Eltern in kommunikativer Hinsicht Vorbildfunktion haben, ist die Mitarbeit der Familie von großer Bedeutung.

Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit bei Erwachsenen

Erwachsene mit Schädel- oder Hirnverletzungen (zum Beispiel nach Verkehrsunfällen) oder mit internistischen und neurologischen Erkrankungen (Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose) bedürfen häufig einer logopädischen Therapie.
Sprechstörungen nach einem Schlaganfall werden aufgrund von Lähmungen der für das Sprechen benötigten Muskulatur ausgelöst. In der Folge fallen die Sprechbewegungen langsam und schwerfällig, die Sprechmelodie eintönig sowie die Sprechatmung unkoordiniert aus. Schluckstörungen (Dysphagien) fallen ebenfalls in diesen Therapiebereich.
Bei Aphasien wiederum liegt die Störung im Gehirn, der "Sprechapparat" selbst ist nicht geschädigt. Die Verständigungsfähigkeit kann jedoch so stark beeinträchtigt sein, dass es den Betroffenen unmöglich ist, ihrer Umwelt mitzuteilen, was sie möchten.
Etwa ein Drittel aller Schlaganfall-Patienten leidet am Anfang unter einer Aphasie. Eine logopädische Behandlung ist bei Patienten mit Aphasie grundsätzlich sinnvoll. Studien zeigen, dass die Logopädie bei etwa 60 Prozent aller Schlaganfall-Patienten eine Verbesserung des Sprechens und des Verstehens erreichen kann. Je nach Art der Störung stehen die Bereiche Sprechen, Verstehen, Schreiben und Lesen auf dem Therapieplan. Je früher mit einer logopädischen Behandlung nach einem Schlaganfall begonnen wird, umso größer sind die Heilungserfolge.
Anders verläuft die logopädische Behandlung von Patienten mit Demenz. Da Lernen im klassischen Sinn hier nicht stattfinden kann, zielt die logopädische Arbeit darauf, die sprachlichen und kommunikativen Ressourcen der Patienten so lange wie möglich zu erhalten. Dem Grad der Demenz entsprechend, versucht der Therapeut, diese Ressourcen zu stärken, zu stabilisieren und möglicherweise durch individuelle Strategien zu ergänzen.

Logopädinnen und Logopäden bieten breites Leistungsspektrum

LogopädInnen arbeiten sowohl freiberuflich in eigenen Praxen als auch angestellt in Krankenhäusern oder Rehabilitationseinrichtungen. In Hagen kooperieren beispielsweise Krankenhäuser wie das Katholische Krankenhaus Hagen mit ausgesuchten Therapiezentren, welche unter anderem Logopädie als Rehabilitationsmaßnahme für Schlaganfallpatienten anbieten.
Neben der Rehabilitation fallen auch die Bereiche Prävention und Training in das Arbeitsfeld der LogopädInnen. Die Fachleute bieten Seminare und Sprachtrainings für Menschen an, die beruflich einer hohen stimmlichen Belastung ausgesetzt sind, wie zum Beispiel LehrerInnen, ErzieherInnen, SchauspielerInnen, SängerInnen oder BeraterInnen in Call-Centern.
Für Patienten mit Sprach- oder Sprechproblemen können je nach Diagnose Entspannungsmethoden hilfreich für sein. Daher bieten einige Logopädie-Experten unterstützend zur Therapie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Klangschalenmassage an.

Leistungen des Heilmittelkatalogs

Logopädie ist in der Regel eine Leistung der Krankenkassen, die auf ärztliche Verordnung durch staatlich anerkannte LogopädInnen sowie SprachheilpädagogInnen erbracht wird. Die heiltherapeutische, logopädische Behandlung kann durch den Hausarzt oder einen Facharzt (Internist, Kinder- und Jugendarzt, Neurologe, HNO-Arzt, Kieferorthopäde) verordnet werden. Patienten über 18 Jahre müssen einen Eigenanteil von zehn Prozent zuzüglich Rezeptgebühren leisten.
Die Fachleute für Logopädie in Hagen weisen darauf hin, dass sprachtherapeutische Behandlungen auf Wunsch auch unabhängig von der Krankenkasse erfolgen können. Die Indikation sollte jedoch stets mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Übersicht für Branche "Logopädie" - 11 Treffer

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